Ich möchte die Schwangerschaft abbrechen

Lesen Sie zunächst die Informationen zur Geschichte und zu den rechtlichen Rahmenbedingungen, um Ihre Rechte in der Schweiz zu kennen.

Wenn Sie sich entschieden haben, die Schwangerschaft abzubrechen, lesen Sie die Schritte 1 bis 7 sowie «Häufig gestellte Fragen» (siehe Box rechts). Die Bedingungen für einen Schwangerschaftsabbruch können sich von Kanton zu Kanton etwas unterscheiden. Für standortspezifische Informationen wenden Sie sich bitte an die nächstgelegene Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit und Familienplanung.

 

Wenn Sie jünger als 16 Jahre sind, lesen Sie bitte die Informationen unter Jugendliche.

1. Einen Schwangerschaftstest machen

Ist Ihre Menstruation (Monatsblutung, Periode) ausgeblieben? Fragen Sie sich, ob Sie schwanger sind? Als Erstes sollten Sie einen Schwangerschaftstest machen, um zu klären, ob Sie tatsächlich schwanger sind oder nicht. Wenn der Test positiv ausfällt, bedeutet dies, dass Sie schwanger sind. Ein positives Ergebnis ist immer zuverlässig. Hingegen kann es vorkommen, dass ein Resultat «falsch-negativ» ausfällt!

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  • Schwangerschaftstests untersuchen, ob Schwangerschaftshormone im Urin sind. Die Tests sind in Apotheken, Drogerien, Supermärkten und Selecta-Automaten erhältlich. Sie können auch in einer Arztpraxis oder in einer Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit durchgeführt werden.
  • Der Urintest ist nicht 100 Prozent zuverlässig. Ein negatives Ergebnis besagt, dass der Test keine ausreichende Menge an Schwangerschaftshormonen im Urin gefunden hat. Das kann bedeuten, dass Sie nicht schwanger sind. Es kann aber auch zu früh sein, um eine Schwangerschaft festzustellen. In dem Fall am besten den Test zwei Wochen später wiederholen.

2. Sich informieren bei einer Fachperson oder einer spezialisierten Stelle (Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit, Gynäkologin oder Gynäkologe, Spital…)

Für Informationen zum Vorgehen bei einem Schwangerschaftsabbruch in Ihrem Kanton können Sie sich an folgende Stellen wenden:

  • das nächstgelegene Spital
  • eine Ärztin oder einen Arzt (es kann, muss aber nicht Ihre Hausärztin bzw. Ihr Hausarzt sein)
  • eine Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit und Familienplanung

Gut zu wissen: Einige Ärztinnen und Ärzte führen Schwangerschaftsabbrüche durch, andere nicht. Manchmal bieten Ärztinnen und Ärzte diese Dienstleistung nur ihren eigenen Patientinnen an.

Lassen Sie sich durch eine Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit und Familienplanung begleiten, die Ihnen kostenlos und vertraulich in allen sozialen, psychologischen, finanziellen und rechtlichen Fragen beratend zur Seite steht.

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3. Schwangerschaft bestätigen und feststellen, wie weit sie fortgeschritten ist

In der Regel wird ein Ultraschall durchgeführt. Der Ultraschall dient dazu, die Schwangerschaft zu bestätigen und abzuklären, ob sie sich innerhalb der Gebärmutter entwickelt (um eine Eileiterschwangerschaft auszuschliessen) sowie die Schwangerschaftswoche zu bestimmen.

Um die Dauer der Schwangerschaft abzuschätzen, können Sie bis zum Zeitpunkt der letzten Periode (Monatsblutung, Menstruation) zurückrechnen, sofern Ihre Periode regelmässig erfolgt. Zählen Sie einfach die Anzahl der Tage seit dem ersten Tag der letzten Periode.

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4. Ausführliches Gespräch über die psychosoziale Situation möglich

Gemäss Bundesgesetz über die Schwangerschaftsberatungsstellen haben Frauen und Betroffene Anrecht auf kostenlose Beratung durch eine Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit und Familienplanung.

Die Ziele dieser Beratung sind:

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Beratungsstelle finden

Bevor die Ärztin oder der Arzt den Schwangerschaftsabbruch durchführt, muss sie oder er gemäss dem Schweizerischen Strafgesetzbuch mit der Frau ein eingehendes Gespräch führen und sie beraten.

5. Methode des Schwangerschaftsabbruchs wählen

Innerhalb der ersten 12 Schwangerschaftswochen kann ein Schwangerschaftsabbruch durch zwei Methoden erfolgen:

  • medikamentös
  • chirurgisch

 

Die Wahl der Methode hängt davon ab, was Sie wünschen, aber auch von der Dauer der Schwangerschaft und von bestehenden Krankheiten oder Risiken. 95 Prozent aller Schwangerschaftsabbrüche in der Schweiz werden innerhalb der ersten 12 Wochen durchgeführt, zwei Drittel davon medikamentös.

 

Beide Methoden des Schwangerschaftsabbruchs haben Vor- und Nachteile, bergen Risiken und können zu Komplikationen führen, obwohl diese insgesamt selten sind. Beide können Nebenwirkungen haben. Nähere Informationen erhalten Sie von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder einer Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit und Familienplanung.

 

Medikamentöser Schwangerschaftsabbruch bis zur 7. oder 9. Schwangerschaftswoche

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Chirurgischer Schwangerschaftsabbruch

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Medikamentöser Abbruch mit Ausstossung der Schwangerschaft

Diese Methode wird in der Schweiz kaum angewendet.

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6. Schwangerschaftsabbruch durchführen

Nach Schritt 1-5 kommt nun der Tag des Schwangerschaftsabbruchs.

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7. Nachkontrolle nach dem Schwangerschaftsabbruch vereinbaren

Unabhängig von der gewählten Methode des Schwangerschaftsabbruchs muss in den folgenden Wochen eine Nachkontrolle vereinbart werden. Die Kontrolle kann auch eine Gelegenheit sein, die von Ihnen gewählte Verhütungsmethode zu besprechen und zu beurteilen, ob sie Ihnen entspricht.