Geschichte des Schwangerschaftsabbruchs in der Schweiz

Ungewollte Schwangerschaften und Abtreibungen gab es schon immer. Sie existieren noch heute, sie existieren überall. Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts hat die Gesetzgebung Schwangerschaftsabbrüche vielerorts, auch in der Schweiz, kriminalisiert. Frauen wurden so gezwungen, eine Schwangerschaft illegal abzubrechen. Ein Schwangerschaftsabbruch ohne Sicherstellung einer angemessenen medizinischen Betreuung bedeutet jedoch, sein Leben aufs Spiel zu setzen.

 

Nach jahrzehntelangem Kampf für eine Liberalisierung des Schwangerschaftsabbruchs und trotz strenger Rechtsgrundlage, haben immer mehr Kantone fachgerecht durchgeführte Abtreibungen zugelassen. Nachdem die Fristenregelung in der Volksabstimmung im Juni 2002 mit grosser Mehrheit angenommen worden war, wurde das Gesetz endlich an die heutige Realität angepasst. Heute kann eine Frau selbst entscheiden, ob sie ihre Schwangerschaft fortsetzen oder abbrechen will.

 

Dieses Recht auf Selbstbestimmung steht im Einklang mit dem allgemein anerkannten internationalen Grundsatz, nachdem jeder Mensch das Recht hat, frei zu entscheiden, ob, wann und wie viele Kinder geboren werden sollen. Dieses Recht ist jedoch nur dann gewährleistet, wenn ein Abbruch in einem angemessenen und sicheren Rahmen garantiert ist. Diese Garantie muss auch für sozial oder finanziell benachteiligte Frauen gelten.

 

Der Zugang zu einem Schwangerschaftsabbruch unter angemessenen gesundheitlichen und medizinischen Bedingungen ist eine wichtige Voraussetzung zur Vermeidung illegaler Abtreibungen, die für die betroffenen Frauen ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko darstellen. In der Schweiz kann ein Schwangerschaftsabbruch heutzutage unter angemessenen und legalen Bedingungen durchgeführt werden. Die Kosten werden von der Grundversicherung übernommen, nach Abzug der Franchise und des Selbstbehalts.