Weltbevölkerungsbericht 2019 – Reproduktive Rechte und Entscheidungsfreiheit FÜR ALLE

Der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) feiert sein 50. Jubiläum. Er vertritt die Vision einer Welt, in der jede Schwangerschaft gewollt, jede Geburt sicher und das Potenzial jedes jungen Menschen verwirklicht wird. Im neu erschienenen Weltbevölkerungsbericht 2019 bildet UNFPA den Stand der globalen Entwicklung unter dem Titel «Unfinished Business – Reproduktive Rechte und Entscheidungsfreiheit FÜR ALLE» ab. Der fortbestehende Handlungsbedarf sticht dabei hervor; auch für die Schweiz, wo Selbstbestimmung nach wie vor nicht selbstverständlich ist.

 

Vor 25 Jahren konnte an der Internationalen Konferenz für Bevölkerung und Entwicklung von Kairo (ICPD) ein Paradigmenwechsel, weg von einer «Bevölkerungskontrollpolitik» und hin zu einem menschenrechtsbasierten Ansatz, herbeigeführt werden. Die Umsetzung ist jedoch ein andauernder Prozess, in dem noch zahlreiche Hürden überwunden werden müssen. Das damals verabschiedete Aktionsprogramm stellt die Selbstbestimmung der Frau, deren reproduktive Rechte und die Gleichstellung der Geschlechter als Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung ins Zentrum. In der Schweiz setzt sich die parlamentarische Gruppe KAIRO+, deren Sekretariat SEXUELLE GESUNDHEIT Schweiz führt, für die Umsetzung des Aktionsprogramms von Kairo auf globaler, aber auch auf nationaler Ebene ein.

Immer mehr Frauen und Paaren ist es heute möglich, frei und selbstbestimmt über Schwangerschaften und Verhütungsmethoden zu entscheiden. Diese reproduktiven Rechte, als wichtiger Teil der sexuellen Rechte, werden zunehmend anerkannt und tragen dazu bei, dass Menschen rund um den Globus die Kontrolle über ihre Körper und ihre Fortpflanzung erlangen. Nach wie vor sind jedoch rund 214 Millionen Frauen und Mädchen daran gehindert, ihre eigene Entscheidung darüber zu treffen, ob, wann und mit wem sie Kinder haben möchten:  Finanzielle und institutionelle Hürden versperren ihnen den Zugang zu Informationen, Verhütungsmitteln, Beratung und medizinischer Betreuung. Soziale Barrieren hindern Sie daran, ihre Rechte einzufordern und ihre eigenen Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen.

Auch in der Schweiz sind wir nicht am Ziel: Verhütung wird hier beispielsweise als Privatsache angesehen und selbst berappt. Für Personen mit einem kleinen Geldbeutel wird die Finanzierung oft zum kritischen Faktor in der Entscheidung für eine angemessene Verhütungsmethode. Nationalrätin Yvonne Feri und Nationalrat Mathias Reynard haben sich mit zwei politischen Vorstössen dafür eingesetzt, diese finanziellen Hürden im Zugang zu Verhütung abzubauen.

Um zu gewährleisten, dass jede Person ihre Sexualität in Sicherheit, Freiheit und Verantwortung leben kann, braucht es neben dem hürdenfreien Zugang zur Verhütung, auch den Zugang zu einer ganzheitlichen Sexualaufklärung und zur Beratung: Frauen, Mädchen und ihre Partner_innen haben ein Recht auf eine professionelle, ergebnisoffene und persönliche Beratung durch eine Fachperson. Die Beratungsstellen für sexuelle Gesundheit informieren kostenlos über das gesamte Spektrum der Verhütungsmethoden und ermöglichen damit eine informierte Wahl.  Um diese Wahl jedoch umsetzen zu können, benötigt es Mittel und Ressourcen. Hier muss die Schweiz Massnahmen ergreifen, wenn sie de UNFPA-Ansatz der reporduktiven Rechte FÜR ALLE umzusetzen gedenkt.

Zur deutschen Zusammenfassung des Berichts



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